Über uns

Nachdem Mitte der siebziger Jahre der Reitverein Winsener Marsch e.V. wieder Fahrprüfungen im Rahmen der jährlichen Reitturniere ausgerichtet hatte, wurden die ersten Fahrlehrgänge für das Fahrabzeichen Kl. III („Bronzenes Fahrabzeichen“ durchgeführt. Und zwar unter der Leitung und „Aufsicht“ von Hermann Göbber, dem damaligen Chefausbilder der Fahrer am Landgestüt Celle und Leiter der Deckstelle in Winsen/Luhe-Roydorf.
Ausbildungsgrundlage war das 3-Wochen-Ausbildungsprogramm am Landgestüt Celle, das für unsere Vereinszwecke auf 3 bis 4 Monate verteilt wurde. Dieses Ausbildungsprogramm wurde im Übrigen dann fast unverändert von der FN übernommen in den Band V der Richtlinien. Ab 1980 wurden diese Lehrgänge dann von Erich Lubina übernommen, der seine Ausbildung ebenfalls am Landgestüt Celle absolviert hatte und inzwischen Fahrwart und Fahrrichter geworden war.
Aus den Teilnehmern der ersten Lehrgänge bildete sich dann in den Jahren 1978 bis 1981 lose eine „Fahrergruppe“ mit ersten Aktivitäten, wie z.B. einem Fahrertag auf der Waldwiese in Rottorf und der Betreuung der Fahrprüfungen bei den jährlichen Reitturnieren des Reitvereins Winsener Marsch e.V. Von den damaligen Gründungsmitgliedern dieser „Fahrergruppe“ sind heute noch Bernd Wegwerth (inzwischen Fahrlehrer FN) und Erich Lubina aktiv in der Leitung unseres Vereins tätig.
Im Jahr 1983 fand dann die offizielle Gründungsversammlung der „Fahrergruppe im Reitverein Winsener Marsch e.V.“ mit rund 40 Mitgliedern statt. Diese Gruppe bildete dann „einen Verein im Verein“ mit selbstständiger Mitglieds- und Kassenverwaltung, baute am Vereinsgelände in Roydorf ein eigenes „Fahrerlager“ mit Remise und Unterrichtsräumen aus und schaffte dann auch eigene Pferde als Schulgespanne an, die dem Reitverein auch für den Reitunterricht zur Verfügung gestellt wurden. Die jährlichen Fahrlehrgänge fanden seitdem bis zum Jahr 2000 in fast unveränderter Form in Roydorf statt.
Auf dem Reithallengelände in Roydorf wurden dann auch die ersten reinen Fahrturniere mit Dressur-, Standardhindernis- und Gebrauchsprüfungen ausgerichtet. Die Geländeaktivitäten erstreckten sich dann erst auf den Bereich Rottorf, dann wurden diese nach Luhdorf verlagert. Der Versuch, ein geeignetes eigenes Gelände im Bereich Luhorf zu erwerben, bzw. zu pachten, scheiterten allerdings.
Dann folgten 2 Fahrertage auf dem Gelände von Jürgen Stuhtmann in Bahlburg, bis dann Harry Schulz seinen Hof in Vierhöfen für die Durchführung von auch größeren Turnieren anbot. Hier wurden dann die ersten Fahrturniere ab Kat B – z.B. auch die Bezirksmeisterschaften – durchgeführt..
Einbezogen wurde dann auch das Kieskuhlengelände in Vierhöfen, sodass endlich auch nationale Turniere ausgerichtet werden konnten – mit erstem Höhepunkt Landesmeisterschaften für den Reiterverband Hannover-Bremen.
Mit dem Neubau der Reitanlage von Heiner Vick etablierte sich die Fahrergruppe mit dem Turnier dann hier in direkter Nähe zum Kieskuhlengelände und richtete dort etliche Turniere der Kl. S in ländlicher Atmosphäre aus, die sich bei Fahrern aus ganz Deutschland großer Beliebtheit erfreuten. Parallel hierzu betreute die Fahrergruppe auch damals schon die Viererzug-Prüfungen, die im Rahmen des CCI in Luhmühlen unter Leitung von Egon Wenk durchgeführt wurden.
Nach seinem Rückzug aus dem aktiven Fahrsport übergab Egon Wenk dann sein „Fahrerlager“ in Luhmühlen an die Fahrergruppe im Reitverein Winsener Marsch, mit der Maßgabe, auch weiterhin nationale Fahrturniere auf dem Gelände in Luhmühlen auszurichten, was dann ab Mitte der neunziger Jahre erfolgte; Egon Wenk stand auch weiterhin als wichtiger Sponsor zur Verfügung. Da das Risiko dieser Großveranstaltungen in Luhmühlen dem ländlichen Reitverein Winsener Marsch nicht weiter zuzumuten war und eine endgültige Verselbstständigung der Fahrergruppe als Verein auf dem Gelände in Roydorf auf Widerstand stieß, fand die Gründungsversammlung des Fahrsportvereins Winsen/Luhe und Umgebung e.V. im Jahr 2000 mit nunmehr fast 120 Mitgliedern statt.
Gleichzeitig musste das Kieskuhlengelände in Vierhöfen aufgegeben werden, da dieses inzwischen unter Naturschutz gestellt worden war. Damit war der endgültige Umzug des Vereins nach Luhmühlen fast zwangsläufig geworden. Ein im Jahr 2001 mit dem Ausbildungszentrum Luhmühlen und dem Landkreis Lüneburg geschlossener Vertrag sichert dem Fahrsportverein Winsen/Luhe und Umgebung seit dem das Recht zu, auf dem internationalen Turniergelände in Luhmühlen Fahrturniere auszurichten, so dass diese Veranstaltungen endlich auf einer gesicherten Rechtsgrundlage durchgeführt werden können. Unter diesen Voraussetzungen konnten dann auch 2003 und 2007 die Landesmeisterschaften Hannover-Bremen und 2005 dann die Deutschen Meisterschaften für die Zweispänner erfolgreich durchgeführt werden.
Das „Fahrerlager“ mit Materialcontainern, Remise und Aufenthalts- und Unterrichtsraum wurden dann – alles in Eigenarbeit – auf dem Turniergelände errichtet. Die „reinen“ Fahrhindernisse – Schafstall, Niedersachsenbrücke und Waldhindernis – wurden auf den Standard für nationale Fahrturniere gebracht. Die Wasserhindernisse – Europateich und Ententeich – werden gemeinsam mit der Turniergesellschaft Luhmühlen genutzt, weiterhin stehen als Hindernisse noch die „Dreieckseichen“ und z.Zt. auch noch die „Himmelsleiter“ zur Verfügung. In Absprache mit der Landschaftsschutzabteilung des Landkreises Lüneburg ist die Planung eines weiteren reinen Fahrhindernisses in Vorbereitung.
Die Fahrlehrgänge werden im Fahrerlager durchgeführt, und an 4 Wochenenden im Jahr werden in Absprache mit dem Ausbildungszentrum Luhmühlen Trainingstage durchgeführt, zu denen auch Fahrer aus benachbarten Vereinen eingeladen werden. In den weiteren Ausbau der Anlagen in Luhmühlen zu einem nationalen Pferdesport-Zentrum ist der Fahrsportverein Winsen/Luhe und Umgebung e.V. mit eingebunden, sodass die Interessen der Fahrer auch hierbei berücksichtigt werden.

Winsen/Luhe, im November 2008

Erich Lubina

1. Vorsitzender Fahrsportverein Winsen/Luhe und Umgebung e.V.